Chronik

Niedergeschrieben von Frauke und Elmar Müller

 

adelheidm

Unsere umfangreiche Familienchronik lässt sich bis zum 30-jährigen Krieg zurückverfolgen. Das entvölkerte Gebiet um Schweinfurt wurde damals aus der Rhön gleichsam neu besiedelt. Die Zwischenstation für unsere Vorfahren war hierbei Rannungen.

Die für die heutige Generation bedeutsame Zeit begann mit Georg Glöckner (1808 – 1859) welcher aus Rannungen in einen Hambacher Bauernhof “einhei ratete” und seit 1840 über mehrere Jahre die “Gemeindewirtschaft” gepachtet hatte. Das Geschäft war offenbar recht einträglich und so beantragte er beim königlichen Landgericht in Schweinfurt die Erteilung einer Concession zur Führung einer gemeindeunabhängigen Wirtschaft, welche ihm am 20. November 1846 erteilt wurde, unter anderem mit der Auflage …….”daß die Concession wieder eingezogen werde, wenn binnen einem halben Jahre die zum Betriebe der Gastwirtschaft nöthigen Vor – und Einrichtungen nicht hergestellt sind“. Offensichtlich hat Georg Glöckner gute Arbeit geleistet, denn die Gastwirtschaft hat die letzten 150 Jahre ausgezeichnet überstanden. Auch die Forderung der ehemaligen Gemeindewirtschaft ..die Wirt-schaft muß jederzeit mit ordentlichen guten Getränken und ununterbrochen mit vorschriftsmäßigem Bier versehen sein, hat die “Goldene Flasche” bis heute erfüllt. Der im Jahre 1847 mit der Schweinfurter Vereinsbrau-erei und deren Nachfolgerin, dem Brauhaus Schweinfurt abgeschlossene Liefervertrag wird seit über 150 Jahren “ununterbrochen” beibehalten. Es ist anzunehmen, dass diese Lieferanten-Treue wohl nur von Brauerei eigenen Wirtschaften zu übertreffen ist!

 

familie-g
Doch zurück zur Familiengeschichte: Nach dem frühen Tod von Georg Glöckner übernimmt 1859 dessen Sohn Jürg die Gastwirtschaft und das Anwesen Hausnummer 33 in Hambach. Sein Bruder Kaspar Glöckner erwirbt 1857 eine Bäckerei in Hambach. Als 1886 Jürg Glöckner mit 50 Jahren stirbt, heiratet Lorenz Glöckner, der Sohn des Kaspar Glöckner, 1888 seine Tante Elisabeth und wird mit 21 Jahren Vater von sechs Kindern.
Mit Lorenz Glöckner (1867 – 1945) beginnt ein steiler Aufstieg der Gastwirtschaft und sie wird Anfang des Jahrhunderts nach dem Bau eines Tanzsaales und einer Kegelbahn mit Garten-wirtschaft auch von den Schweinfurter Geschäftsleuten und Fabrikanten gern besucht. Lorenz Glöckner war überall als “Herrla” bekannt, da er durch seine angeheirateten Stiefkinder mit 31 Jahren bereits Großvater war. Er starb 1945 im Alter von 78 Jahren.

 

 

Beim Florian

florian-m

Seine Tochter Adelheid (1894 – 1974) heiratete 1922 den aus Rannungen stammenden Metzgermeister Florian Müller(1891 – 1969), und übernahm die Gastwirtschaft und das landwirtschaftliche Anwesen. Florian Müller baute 1925 auf dem gleichen Anwesen eine Metzgerei, um seine in ganz Deutschland erworbenen Fachkenntnisse einsetzen und nutzen zu können. Seine Wurst war weit und breit berühmt und die Gastwirtschaft war unter dem Namen “Beim Florian” besser bekannt als die “Goldene Flasche” .

Seine Tochter Erna übernahm 1962 die Gastwirtschaft, während die Landwirtschaft von der Tochter Reinhilde und ihrem Ehemann Adalbert Zänglein betrieben wurde. Nach dem Tod von Florian Müller 1969 führte Erna Müller die Metzgerei mit einem Metzgermeister weiter, bis 1983 ihr Neffe Ansgar Zänglein mit 20 Jahren die Meisterprüfung ablegte und die alleinige Führung der Metzgerei übernahm. 1962 wurde die Gastwirtschaft total umgebaut, wobei der legendäre “Saal” und die Kegelbahn verschwanden. Gingen die Leute vorher zum “Florian”, so haben sie jetzt die “Erna” zum Ziel, wenn sie gut Essen und gemütlich zusammensitzen wollen. So hat sich die Gastwirtschaft “Zur Goldenen Flasche” in fünf Generationen im Familienbesitz stets zum Wohle des Gastes weiterentwickelt.

 

 

 

Sechste Generation

wappenMit Ansgar Zänglein, dem Neffen von Erna Müller,steht die sechste Generation bereit um in alter Familientradition für eine gepflegte Gastlichkeit und für fränkische Spezialitäten aus der Metzgerei zu sorgen. Mit dem 1987 eingerichteten Partyservice und dem neugestalteten Biergarten hat er bereits unternehmerisches Geschick bewiesen. Mit dem Einsatz moderner Mittel setzt er die Reihe der erfolgreichen Gastwirte und Metzgermeister in der Familie fort und macht das fränkische Dorf Hambach weit über die Grenzen des Frankenlandes bekannt. Der über hundertjährige Kastanienbaum im Biergarten, der nach dem kräftigen Rückschnitt wieder junge, starke Triebe hervorbringt, ist ein Symbol für den Fortbestand der Gastwirtsfamilie und der “Goldenen Flasche”.

Das Familienwappen

Zum Vergrößern einfach anklicken

 

 

Nelson Müller

nelson_web

Inzwischen ist die Dorfmetzgerei – wie vor Jahren auch – wieder verpachtet. Ansgar Zänglein hat sein Wissen als Metzger und Gastronom genutzt, um in Arabien und auf Zypern dortige Fachkräfte zu schulen. Mit Nelson Müller, einem anderen Spross der Wirtsfamilie, hat ein Koch den Sprung ins Rampenlicht vieler TV-Sendungen geschafft. 2014 begeisterte er die Freunde der Goldenen Flasche bei einem ganz besonderen Grillvergnügen.